Gesund 100 Jahre alt werden geht das?

Sirtuine – die Zeitmaschine in unserem Körper!

Thanks to Pexels

Der wesentliche Unterschied zwischen uns Menschen und Maschinen ist unsere Eigenschaft, dem körperlichen Verfall entgegenzuwirken. Unser Organismus kann auf äußeren Stress und Belastungen reagieren, sich davor schützen und sogar Zerstörtes reparieren! Wir sind allerdings so programmiert, dass wir beginnen zu degenerieren, sobald wir zur Fortpflanzung nicht mehr fähig sind. Die natürlichen Reparaturmechanismen des Körpers nehmen ab und Verfall und Reparatur bekommen ein neues Verhältnis zu Gunsten des Verfalls.

Nun haben Forscher David A. Sinclair und Lenny Guarente vom MIT (Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, MA, USA) herausgefunden, dass eine Familie von Genen in uns existiert, die die Macht hat, unsere Regenerations- und Abwehrprozesse, unabhängig unseres Alters, zu erhalten.

Wie werden diese Gene nun aktiviert?
Wir können sie trainieren, in dem wir sie widrigen Situationen aussetzen, insbesondere durch Nahrungskarenz bzw. Nährstoffmangel über einen definierten Zeitraum. Der Organismus wird in den Funktionsmodus des Überlebens gebracht und aktiviert somit diese speziellen Gene – die SIRT-Gene. Sie dienen als Hauptregulator beim Alterungsprozess und halten diesen in drastischem Maße auf!

Am besten erforscht ist das SIRT2-Gen, was zunächst in Hefeexperimenten isoliert werden konnte. Das in Säugetieren und Menschen dazugehörige Synonym ist das SIRT1-Gen. Was nachgewiesen werden konnte, war ein deutlicher Zusammenhang zwischen kalorienarmer Ernährung und Fasten auf die Lebensverlängerung. Daran gekoppelt sind die (Alters)-Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und auch neurodegenerative Prozesse, welche beeinflusst werden können. Andersherum konnte ein enger Zusammenhang zwischen Altern und Übergewicht beobachtet werden. Ebenfalls konnte SIRT1 als Regulator der Fettspeicherung erkannt werden. Das SIRT1-Gen erkennt die Ernährungssituation und das zugehörige Enzym Sirtuin 1 wird aktiv.

Normalerweise würde man vermuten, dass der Stoffwechsel durch Nahrungskarenz verlangsamt wird. Erstaunlicherweise ist das Gegenteil der Fall. Er wird durch den erzeugten Stress sogar beschleunigt und verändert. Die Schutzmechanismen sowie Regenerationsprozesse setzen ein. Durch die Nahrungsknappheit löst der Organismus physiologische Gegenmaßnahmen aus, welche die Überlebenschancen erheblich verbessern. Die Energieproduktion und Verwertung dieser, die Reparaturmechanismen und der Zellschutz steigen und das natürliche zelluläre Selbstmordprogramm, die Apoptose, wird verhindert und somit das längere Überleben der Zelle sicherstellt!

Nun ist ein permanenter radikaler Nahrungsverzicht für den Menschen zwar möglich, aber es würde unsere Lebensqualität doch stark beeinträchtigen, da der Mensch erfahrungsgemäß ein ´Genusstier´ ist!

Wir brauchen also Köstlichkeiten, die von Natur aus ebenfalls die Eigenschaft haben, die SIRT-Gene zu aktivieren und unser Leben auf gesunde Weise zu verlängern!

Und tatsächlich gibt es diese Wirkstoffe, genannt Sirtuine (eine Art Enzyme), welche diese SIRT-Gene aktivieren können. Sie kommen in ausgewählten Lebensmitteln vor.

Das erste hochpotente Sirtfood, was isoliert werden konnte, war das Resveratrol. Es wird von vielen Pflanzen unter Stressbedingungen produziert und ist auch in Rotwein enthalten.

Hier ein Auszug aus den wichtigsten Sirtfoods:

  • Buchweizen
  • Chilischoten
  • Datteln
  • Erdbeeren
  • Grünkohl (Kale)
  • Grüner Sellerie
  • Grüner Tee*
  • Heidelbeeren
  • Kaffee*
  • Kakao (Dunkle Schokolade 85 %)
  • Kapern
  • Kurkuma
  • Oliven und Olivenöl
  • Petersilie (glatt)
  • Radicchio
  • Roter Zwiebel
  • Rotwein*
  • Rucola
  • Soja (Bohnen, Sauce ohne Weizen, Tofu)

    * Hier ist mir wichtig zu erwähnen, dass Rotwein auf zwei Gläser pro Woche beschränkt werden sollte und auch Kaffee und grüner Tee bitte nur in Maßen genossen wird.

Eine gute Kombination zu den oben genannten Lebensmitteln sind die mäßig sirtuinhaltigen Speisen:

  • Äpfel
  • Beeren
  • Pflaumen
  • Trauben (rot)
  • Artischocken
  • Brokkoli
  • Chicorée
  • Bohnen
  • Spargel
  • Tomaten
  • Zwiebeln
  • Schwarzer und weißer Tee
  • Quinoa
  • Ingwer
  • Minze
  • Oregano
  • Chia
  • Maroni
  • Pistazien

Es wird Sie freuen, dass zu den sirtuinehaltigen Lebensmitteln unter anderem Rotwein und dunkle Schokolade gehören!
Was braucht man mehr?!

Autorin: Shefali Sonalkar
Ayurveda Medizinerin & Schulmedizinerin

Teile diesen Inhalt

Weiterlesen